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Und sie empören sich doch!

Die totgeglaubte israelische Zivilgesellschaft lebt. Und meldet sich lautstark zurück
von Elisa Rheinheimer-Chabbi vom 23.02.2018
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Noch vor neun Monaten bezeichnete die israelische Soziologin Eva Illouz die Zivilgesellschaft in ihrem Land als »klinisch tot«. Nun zeigen engagierte Bürgerinnen und Bürger in Israel, dass ihnen nicht alles gleichgültig ist, was in ihrem Land geschieht. Auslöser ist weder der Umgang mit den Palästinensern noch die Korruptionsvorwürfe gegen Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. Auch das Verbot gegen zwanzig NGOs, darunter jüdische, deren Mitarbeiter ab sofort nicht mehr nach Israel einreisen dürfen, trieb die Menschen nicht auf die Straßen. Aber jetzt demonstrieren Tausende Israelis in Jerusalem und Tel Aviv gegen den Plan der Regierung, rund 40 000 afrikanische Migranten abzuschieben. Netanjahu hatte angekündigt, die »Eindringlinge« loswerden zu wollen und »Tel Aviv seinen Bürgern zurückzugeben«. Das Aufbegehren dagegen ist groß – und es bleibt nicht bei Protestmärschen.

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