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Bistum Münster
Kirchliche Beratungsstelle »Rituelle sexuelle Gewalt« geschlossen

vom 24.03.2023
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In der psychotherapeutischen Fachwelt ist der professionelle Umgang mit ritueller Gewalt umstritten. (Foto: iStockphoto/Vladimir Vladimirov)
In der psychotherapeutischen Fachwelt ist der professionelle Umgang mit ritueller Gewalt umstritten. (Foto: iStockphoto/Vladimir Vladimirov)

Das Bistum Münster hat seine Beratungsstelle »Organisierte sexuelle und rituelle Gewalt« geschlossen. Als Begründung hieß es, dass in der psychotherapeutischen und in der juristischen Fachwelt »der professionelle Umgang mit dem Thema rituelle Gewalt umstritten« sei. Vorangegangen war ein Bericht im »Spiegel« über eine Frau, die bei der Leiterin der Beratungsstelle, Jutta Stegemann, in Therapie war. Stegemann habe ihr eingeredet, sie stehe im Bann eines Satanskultes, gab die Frau an. Ein Täterkreis solle sie in ihrer frühen Kindheit mental programmiert haben, um sie ein Leben lang in Ritualen missbrauchen zu können. Diese Sicht habe die Therapeutin veranlasst, eine Schwangerschaft ihrer Patientin beim Jugendamt zu melden, was zur Folge hatte, dass der Patientin noch vor der Geburt das Sorgerecht für ihr Kind entzogen wurde.

Dieser Artikel stammt aus Publik-Forum 6/2023 vom 24.03.2023, Seite 40
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Die Deutsche Gesellschaft für Psychologie erklärte nach dem »Spiegel«-Bericht: Während Fälle organisierter sexueller Gewalt von Strafverfolgungsbehörden dokumentiert und bestätigt worden seien, gelte dies nicht für Fälle sogenannter ritueller sexueller Gewalt. Es sei ein Problem, rituelle sexuelle Gewalt als etablierte Tatsache darzustellen: Patientinnen könnten von Therapeutinnen dazu veranlasst oder darin bestärkt werden, bestehende psychische Probleme zu Unrecht auf verdrängte frühkindliche Missbrauchserlebnisse zurückzuführen.

Das Thema entzweit Therapeuten: Während einige entsprechende Berichte ihrer Patienten für erlebnisbasiert halten, sehen andere darin eher ein Phänomen wie die »Satanic Panic«: In den USA haben in den 1980er-Jahren nach einer entsprechenden Buchveröffentlichung viele Menschen angegeben, von satanischen Kulten missbraucht worden zu sein, was durch Polizeiarbeit nicht bestätigt werden konnte.

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