Meinung
Gut, dass es Streiks gibt
Wenn Unternehmen in einer Krise ihre Preise übermäßig erhöhen, um von der Inflation zu profitieren, nennen Analysten das nüchtern eine »übermäßige Gewinnmitnahme«. Wenn Beschäftigte ihre Arbeit niederlegen, um höhere Löhne zu fordern, nennen polternde Politikerinnen das »Geiselhaft«. Die populistische Stimmungsmache gegen das Streikrecht ignoriert, dass die vielen Tarifstreits angesichts von Reallohnverlusten unausweichlich sind, und lenkt vom eigentlichen Problem ab: Extreme Profite treiben die Inflation, wegen der kräftige Lohnerhöhungen überhaupt erst notwendig werden.
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