Krise in Kuba
Die Jungen gehen, die Alten leiden
Tatiana R. ist genervt. Mehr als 20 Jahre lang hat die Rentnerin in die kubanische Rentenkasse eingezahlt. Als Lehrerin hat sie kubanischen Jugendlichen Französisch und Russisch eingetrichtert, immer wieder erklärt, wie Grammatik und Aussprache funktionieren. Jetzt bekommt sie 1500 Peso cubano im Monat. »Davon kann man hier kaum leben«, sagt die 67-Jährige und macht eine wegwerfende Handbewegung. Wäre da nicht die derzeit allerdings nur schlecht laufende Zimmervermietung an Touristen und wären da nicht die Angehörigen im Ausland, würde sie wie andere in die Altersarmut abgleiten.
Sie haben bereits ein
-Abo? Hier anmelden
Bernd Breudel ist ein Pseudonym. Der Autor fürchtet Repressionen bei der nächsten Reise nach Kuba.

