Pro und Contra
Wahlrecht ab Geburt?
Ja, Kinder sollen wählen!
Lasst die Kinder an die Urnen! Die Forderung provoziert und soll es auch! Denn es geht darum, das Grundgesetz ernst zu nehmen. Und den 13 Millionen Kindern und Jugendlichen in diesem Land, die in Sonntagsreden gerne als »unsere Zukunft« gepriesen werden, eine Stimme zu geben. Im doppelten Sinne. »Nur wer wählt, zählt«, hat der Deutsche Familienverband eine Kampagne überschrieben, in der er sich für das Wahlrecht von Geburt an starkmacht. Ich finde das richtig. Denn wir sind eine kinderunfreundliche Gesellschaft, unsere Wirtschaft ist kinderfeindlich, und unsere Politik lässt gerne außer Acht, dass es die jungen Menschen von heute sind, die morgen mit unseren Entscheidungen zu leben haben. Nur: Diese jungen Menschen sind politisch rechtlos. Im Moment entscheiden wir Alten die Wahlen, auch weil wir viele sind.
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Wolfgang Thierse, geboren 1943, war von 1998 bis 2005 Präsident des Deutschen Bundestages, bis 2013 dessen Vizepräsident. Der SPD-Politiker unterstützt die Kampagne Wahlrecht ab Geburt.
Marcus Weinberg, geboren 1967, ist Familienpolitischer Sprecher und Vorsitzender der Arbeitsgruppe Familie, Senioren, Frauen und Jugend der CDU/CSU-Bundestagsfraktion.
