Erinnern an den Holocaust
Margot Friedländers Mission
Mitte Mai in einer Grundschule im brandenburgischen Kleinmachnow, gleich hinter der Berliner Stadtgrenze: In der Aula sitzen mehr als 50 Schülerinnen und Schüler der sechsten Klasse. Sie sind elf, manche auch schon zwölf Jahre alt und warten gespannt auf die heutige Besucherin. Herein kommt eine kleine und sehr zierliche alte Dame im groß gemusterten Strickkleid, mit wachen Augen im Fältchengesicht und mit wunderbar widerspenstigem weißen Haar. Langsam schiebt sie ihren Rollator vor sich her. Schlagartig wird es ruhig im Raum. Es ist Margot Friedländer, 102 Jahre alt und eine der letzten Holocaustüberlebenden, die noch erzählen können, was sie erlebt und erlitten haben. Geistig ist sie vollkommen klar. Sie versteht alles. Sie kann sich an alles erinnern.
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