Zur mobilen Webseite zurückkehren

Gewaltfreiheit in Heiligen Schriften
»Widersteht (nicht) dem Bösen«

Worin sich die Bergpredigt und die Bhagavadgita in ihrer Haltung zu Krieg und Frieden unterscheiden.
von Hans Torwesten vom 10.07.2022
Artikel vorlesen lassen
Mitten hinein ins Kriegsgetümmel: Krishna lenkt seinen Streitwagen zwischen die kämpfenden Parteien (Foto: Credit: Godong / Alamy Stock Photo)
Mitten hinein ins Kriegsgetümmel: Krishna lenkt seinen Streitwagen zwischen die kämpfenden Parteien (Foto: Credit: Godong / Alamy Stock Photo)

Religiöse Menschen behaupten gerne, dass Religion ein Schlüssel zum Frieden sei. In den Heiligen Schriften lasse sich eine Ethik finden, die zu einem anderen Verständnis und einem rechten Umgang mit Gewalt anleite. Auf der anderen Seite handeln auch religiöse Schriften seitenlang von Kämpfen und Kriegen. Die Bhagavadgita etwa, die zentrale Schrift des Hinduismus (entstanden etwa 500-200 vor Christus und eingebettet in das riesige indische Mahabharata-Epos), beginnt mit einem Krieg. Die fünf Pandava-Brüder stehen mit ihren Verbündeten dem riesigen Heer der trickreichen und machtgierigen Kauravas gegenüber. Man könnte sehr vereinfachend sagen: die Pandavas sind die »Guten« in diesem Krieg, noch dazu in Minderzahl. Dennoch lässt Arjuna, einer der Pandavas, gleich zu Beginn der Schlacht die Waffen sinken, da er im gegnerischen Heer auch Freunde und Verwandte sieht. Es handelt sich um einen »Bruderkrieg«. Wozu also das Gemetzel?, fragt er seinen Freund und Lehrer Krishna, der seinen Streitwagen in die Mitte beider Heere gelenkt hat und Arjuna in diesem Lehrgedicht über die Natur der Schöpfung und der Gottheit und auch über seine eigene göttliche Natur aufklärt.

  Gedruckt + Digital  
  Digital  

Hören Sie diesen Artikel weiter mit P F plus:

4 Wochen freier Zugang zu allen P F plus Artikeln inklusive ihh Payper.

Jetzt für 1,00 Euro testen!

Publik-Forum
Publik-Forum
Einen Moment bitte...
0:000:00
1.0