Geist & Sinn
»Das Große bleibt groß nicht ...«
Es gibt Gedichte, die für mich von kanonischer Bedeutung sind. In Glücksstunden rezitiere ich sie. Aber auch in Stunden der Mutlosigkeit. In der zuletzt genannten Stimmung rufe ich mir zum Beispiel gerne das dreistrophige »Lied von der Moldau« in Erinnerung. Der Text ist von Bertolt Brecht, die Vertonung von Hanns Eisler. Vom fließenden Rhythmus, von der Bildersprache und von der »Botschaft« ist dieses wunderbar eingängige, fast volksliedhafte Poem aus sich heraus ganz und gar verständlich. Trotzdem lohnt ein Blick auf die Entstehungsgeschichte.
Sie haben bereits ein
-Abo? Hier anmelden
Karl-Josef Kuschel, Germanist und Theologe, war Professor für Theologie der Kultur und interreligiösen Dialog in Tübingen. Zur Vertiefung: »Im Fluss der Dinge. Hermann Hesse und Bertolt Brecht im Dialog mit Buddha, Laotse und Zen« (Patmos 2018)

