Von Furcht und Vertrauen
Kein japanisches Bild scheint uns so vertraut wie die große Welle. Das Gemälde ist ein Holzschnitt aus einer Serie von 36 Bildern, die Hokusai ab 1830 gemalt hat. Das Thema: Der Alltag der Menschen vor dem Hintergrund des heiligsten Symboles Japans, dem Berg Fuji. Ironischerweise verstehen die meisten westlichen Betrachter das Bild als einen tiefen Ausdruck japanischer Kultur. Doch das ist es gerade nicht. Hokusai vermischte verschiedene europäische und japanische Kulturtechniken auf geniale Weise. Sein Thema aber ist existenziell und spricht gerade heute in unsere Situation: Was trägt, wenn alles, was bisher von außen getragen hat, wegbricht?
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Daniel Rumel, geboren 1981, ist katholischer Theologe in Paderborn und Mitglied des Vereins für Bildtheologie.
