Zur mobilen Webseite zurückkehren

Missbrauchskrise
Der Riss ist tief

Weil Kirchen sich als Orte des Heils verstehen, fällt es Ihnen schwer, traumatisierte Menschen in ihrer Mitte wahrzunehmen. Denn beschädigtes Leben stellt falsche Gewissheiten in Frage.
von Christoph Fleischmann vom 04.08.2022
Artikel vorlesen lassen
Durch Risse kommt Licht: Die Kirchen tun sich schwer mit dieser Einsicht (Foto: Shutterstock / Silvia Aftene)
Durch Risse kommt Licht: Die Kirchen tun sich schwer mit dieser Einsicht (Foto: Shutterstock / Silvia Aftene)

Niemand habe ihn nach dem Verlust seiner Glaubensgemeinschaft gefragt, erzählt Richard Kick, Mitglied im Betroffenenbeirat der Erzdiözese München-Freising, weder Erzbischof Reinhard Marx, noch das Formular der Kommission, die über die sogenannten Anerkennungsleistungen entscheidet. Niemand habe wissen wollen, »was es für mich bedeutet hat, an meinem Glauben zu zweifeln, aus der Kirche austreten zu müssen, weil ich es nicht mehr ausgehalten habe«, so Kick bei einer Veranstaltung der Katholischen Akademie in Bayern im Januar dieses Jahres. Akademiedirektor Achim Budde fragt erstaunt zurück, warum er, der im Kontext der Seelsorge missbraucht worden sei, sich nun kirchliche Seelsorge für Betroffene von sexuellem Missbrauch wünsche. Kicks Antwort: Er sei doch gerne Ministrant gewesen, mit seinen Freunden.

  Gedruckt + Digital  
  Digital  

Hören Sie diesen Artikel weiter mit P F plus:

4 Wochen freier Zugang zu allen P F plus Artikeln inklusive ihh Payper.

Jetzt für 1,00 Euro testen!

Publik-Forum
Publik-Forum
Einen Moment bitte...
0:000:00
1.0