Reggae für die Arbeiterklasse
Reggae. Vor fünfzig Jahren wurde in London das Plattenlabel Trojan gegründet, das sich auf Musik von jamaikanischen und britischen Reggae-Künstlern spezialisierte. Der Name stammt von den legendären mobilen »Soundsystems«, die auf Jamaika eine ganz eigene Kultur begründeten: Diese Open-Air-Disco auf Rädern bestand im Wesentlichen aus einem umgebauten alten Lieferwagen der britischen Marke »Trojan«. Hauptzielgruppe des Labels waren damals die Einwanderer aus der Karibik. Doch noch eine andere Jugendkultur entdeckte diese Musik für sich: die britischen Skinheads der ersten Stunde. Sie waren stolz auf ihre Arbeiterklassenherkunft. Von ihren bürgerlichen Altersgenossen, die Beatles und Rolling Stones hörten, grenzten sie sich durch diesen Musikgeschmack streng ab. Sie tanzten zusammen mit jungen Immigranten auf den selben Parties zur selben Musik und waren damals – und sind es zum Teil noch bis heute – klar antirassistisch orientiert.
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