Kirchen im Nationalsozialismus
Als die Nazis kamen
Neukölln ist überall« – so lautet ein Bestseller von Heinz Buschkowsky, dem langjährigen Bezirksbürgermeister von Berlin-Neukölln. Der Titel legt nahe, dass Neukölln ein Hotspot sei, an dem man Entwicklungen wie unter einem Brennglas beobachten könne. Tatsächlich verdichten sich hier seit Ende des 19. Jahrhunderts all jene Konflikte, die zum Ende der Weimarer Republik und zum Aufstieg der Nationalsozialisten beigetragen haben. Es lohnt daher, einen Blick auf die Geschichte der evangelischen Kirche Neukölln in jener Zeit zu werfen. Warum lehnte man die Demokratie so vehement ab? Warum hatte man der nationalsozialistischen Ideologie nichts entgegenzusetzen? Und wie konnte es sein, dass man sich selbst für »unpolitisch« hielt, obwohl man doch in hohem Maße politisiert war, im Sinne einer antirepublikanischen Rechten?
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Christian Nottmeierist promovierter Historiker und Theologe. Seit 2018 ist er Superintendent des Kirchenkreises Neukölln.

