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Kinotipp: »Lolita lesen in Teheran«
Teherans Club der verbotenen Bücher

Eran Riklis Film »Lolita lesen in Teheran« ist eine Hommage an die subversive Kraft der Literatur.
von Birgit Roschy vom 18.11.2025
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Hommage an den Mut iranischer Frauen: Der Film beruht auf einer wahren Geschichte. (Foto: ©Marie Gioanni via Filmstarts.de)
Hommage an den Mut iranischer Frauen: Der Film beruht auf einer wahren Geschichte. (Foto: ©Marie Gioanni via Filmstarts.de)

Kino. 1979, nach dem Sturz des Shah, ziehen die Literaturdozentin Azar und ihr Mann Bijan aus den USA zurück nach Iran. Doch ihre Hoffnung auf einen demokratischen Neubeginn wird brutal enttäuscht. Azar, die an der Universität in Teheran englische Literatur lehrt, erlebt hautnah die Radikalisierung zur islamischen Klerikaldiktatur mit: In ihrem Seminar verteufeln junge Islamisten die westlichen Romane als lasterhaft und drangsalieren Mitstudentinnen. Einige ihrer Studentinnen werden verhaftet und ins berüchtigte Evin-Gefängnis geworfen. Als Azar sich weigert, Kopftuch zu tragen, muss sie die Universität verlassen. 1995 gründet sie einen geheimen Buchclub, in dem sie mit sieben ihrer besten Schülerinnen verbotene Literatur liest. Azars Wohnzimmer wird zum geschützten Freiraum, in dem die Frauen ihrer tristen Realität entfliehen können. Anfangs scheint es, als könnte der Kontrast kaum größer sein: einerseits die Realität von »Sittenpolizei«, Rechtlosigkeit und Zensur; andererseits die schöngeistige Fiktion vergangener Zeiten, etwa in Romanen von Jane Austen und Henry James. Dann ergeben sich allmählich Analogien. Während die Frauen Vladimir Nabokovs Roman »Lolita« debattieren, in dem ein Mann eine Zwölfjährige zu seiner Geliebten macht, kommen sie zur beklemmenden Einsicht: »Alles, was wir tun, wird von geilen alten Männern bestimmt.«

Dieser Artikel stammt aus Publik-Forum 22/2025 vom 21.11.2025, Seite 54
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Dieses aufwühlende Drama erzählt die wahre Geschichte von Azar Nafisi, die sie 2003 in ihrem gleichnamigen autobiografischen Roman veröffentlichte. Es ist eine Hommage an die subversive Kraft der Literatur, vor allem aber an den Mut iranischer Frauen – und schlägt letztlich die Brücke zur aktuellen Protestbewegung »Frau, Leben, Freiheit«.

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