Geflüchtete aus der Ukraine
Der Reflex des Menschlichen
Es ist schwierig geworden, das Zusammenleben. Mehr als ein halbes Jahr ist es her, dass Nataliia Scheptuchowa und Mariia Pol zusammen mit ihrem Sohn Swjatoslaw bei den Eibels eingezogen sind. Das Haus ist groß, das ist nicht das Problem hier in Budenbach im Hunsrück mit seinen 200 Menschen, wo Wohnungen auch mal leer stehen, für den Fall, dass die Kinder vielleicht doch zurückkommen aus der Stadt. Aber Mutter, Tochter, Enkelkind aus der fernen Ukraine stören den gewohnten Lebensgang der alten Leute. Wollen die ins Bett, sind die Jüngeren noch lange wach; morgens ist es umgekehrt. Nie sind sie pünktlich, die Neuen. Dann gibt es Gerenne, damit der Bus zum Integrationskurs noch irgendwie erreicht werden kann. Sie hängen am Mobiltelefon, saugen auf, was an Nachrichten aus der Heimat kommt. Steht das Haus noch? Wer ist tot, wer lebt? Als ob sie nicht wirklich hier wären. So stehen Gäste und Gastgeber immer mal wieder sprachlos voreinander. Nie würden die Eibels die beiden Frauen vor die Tür setzen. Aber die Euphorie des Anfangs ist doch manchmal wundgerieben.
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