Hildegard von Bingen
Das Geheimnis der Grünkraft
Zur Weihnachtszeit stellen wir traditionell Tannenzweige ins Zimmer. Ein grünes Zeichen der Hoffnung, dass das Leben auch durch Kälte und Starre der Natur hindurch weitergeht und neu zu grünen beginnt. Darüber hinaus ist insgesamt ein Trend zum Grün (und zur Natur) zu beobachten: Menschen stellen sich die Wohnung mit Zimmerpflanzen voll; die Grünen verändern gerade ihr Corporate Design vom eher künstlich leuchtenden Grün ins natürlich Dunkelgrüne; eine grüne beziehungsweise dunkelgrüne Religion, die die Sakralität der Natur ins Zentrum stellt, gewinnt an Anziehungskraft. Diese durchaus sehr verschiedenen Trends haben eines gemeinsam: Sie zeigen einen Verlust an. Sie suggerieren, es sei doch (noch oder wieder) da, was wir zerstört haben: die tiefe Verbundenheit mit der Natur. Und indem wir uns dies suggerieren, machen wir fröhlich weiter mit ihrer Zerstörung und damit mit der massiven Gefährdung des Lebens auf diesem Planeten.
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Christine Büchner ist Professorin für Dogmatik an der Justus-Maximilians-Universität Würzburg. Sie forscht unter anderem über Mystik und das theologische Denken von Frauen in Geschichte und Gegenwart.

