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Ein warmes Essen und ein Bett

38 000 oder mehr? Niemand weiß genau, wie viele Kinder und Jugendliche auf der Straße leben. Zwei Einrichtungen in Dortmund kümmern sich um sie.
von Annette Lübbers vom 22.05.2024
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Das große leuchtende Graffito »Backyard« ist der einzige Farbfleck in einem tristen grauen Ruhrpott-Hinterhof in der Nähe des Dortmunder S-Bahnhofs West. Deutlich einladender ist da schon die helle Küche in der ersten Etage, in der Sozialarbeiter Björn Kramp und seine beiden studentischen Hilfskräfte Katharina Knebel und Lukas Ernst auf ihre Gäste warten. Manchmal kommt ein Dutzend, an anderen Tagen kein einziger. An diesem regnerischen Märztag treibt der Hunger drei Jungs in Jeans, Turnschuhen, Kapuzenpulli und Basecap – vielleicht 15 oder 16 Jahre alt – in die Küche des »Backyard«. Gerade holt Lukas Ernst ein Backblech mit Chickenwings und einer großen Ladung Pommes aus dem Backofen. Den Jungs schmeckt das Fastfood sichtlich, als weniger anziehend erweist sich der gut gefüllte Obstkorb auf dem großen Küchentisch. Nach dem Essen geht einer der drei, unverständliche Abschiedsworte murmelnd, schon wieder zur Türe hinaus. Die anderen beiden stiefeln ins Nachbarzimmer, werfen sich in gemütliche Polster, legen die Füße auf den Tisch und schalten den großen Flachbildschirm an. Ein bisschen Hin- und Hergezappe, dann bleiben die zwei bei einem Rap-Video hängen. Natürlich nicht direkt auf Zimmerlautstärke. Björn Kramp lacht: »Nicht mein Ding, aber das gehört dazu.«

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