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Dichtung und Heiterkeit
Ottos Mops kotzt

Literatur kann uns aus Zwängen befreien. Und was wir sonst noch über den Mops wissen sollten.
von Armin Rohrwick vom 24.10.2025
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(Illustration: Schneider)
(Illustration: Schneider)

Es gibt Wörter, die mit einem Ablaufdatum versehen scheinen: Heiterkeit ist ein solches. Altmodisch kommt es daher, und den Dreiklang von »Jubel, Trubel, Heiterkeit« verbinden wir mit dem banalen Frohsinn eines Schlagerstadls. Das war nicht immer so, ganz im Gegenteil. Schon in der Antike war mit Heiterkeit – neben der meteorologischen Himmelsbeschreibung, die übrigens konstant bis zum heutigen »heiter bis wolkig« der Wettermoderatoren fortdauert – etwas gemeint, was den Göttern eignet: ein gelassenes Darüberstehen über den Irrungen und Wirrungen der Menschen. In der Klassik bei Goethe und Schiller wurde der Begriff sogar zu einem zentralen Baustein ihrer Ästhetik, der in Friedrich Schillers Sentenz aus dem Prolog der »Wallenstein«-Trilogie: »Ernst ist das Leben, heiter ist die Kunst«, zum geflügelten Wort wurde. Kunst, so die idealistische Hoffnung, befreie das Gemüt von der Schwere und den Begrenzungen des irdischen Daseins: Licht und leicht werde die schöne Seele, dem Himmlisch-Göttlichen entgegenstrebend. Friedrich Nietzsche machte dann in seiner »griechischen Heiterkeit« den Aspekt des Rauschhaft-Ekstatischen stark – der trunkene Gott Dionysos steht dafür Pate –, und in seiner »fröhlichen Wissenschaft« ging es ihm um die Lust und Freude an der Zertrümmerung der christlichen, in seinen Augen lebensverneinenden Werte. Im 20. Jahrhundert verblasste schließlich mehr und mehr die Heiterkeit als ästhetische Kategorie. Thomas Mann etwa führte sie noch im Schilde als »höhere Heiterkeit«, die er dem Dunkel und grausamen Ernst der Naziherrschaft entgegenhalten wollte. Der nach dem Krieg einflussreiche Philosoph und Soziologe Theodor W. Adorno erklärte Heiterkeit in der Kunst für unmöglich. »Nach Auschwitz müsse eine Kunst, die anders als reflektiert gar nicht mehr möglich ist, […] von sich aus auf Heiterkeit verzichten«, wenn sie nicht zur bloßen »Vitaminspritze für müde Geschäftsleute« verkommen wolle.

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Schlagwörter: Gelassenheit Humor Literatur
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