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Climate Fiction
Das Paradies brennt

Climate Fiction ist die literarische Antwort auf den Klimawandel. Autoren suchen weltweit nach Geschichten, die die Klimakatastrophe thematisieren. Zur Buchmesse in Frankfurt eine Reise durch ein junges Genre – von Frank Schätzing über Maja Lunde bis zu Jens Liljestrand.
von Thomas Hummitzsch vom 19.10.2022
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Wir brauchen Geschichten, um die abstrakte Bedrohung durch die Klimakrise zu verstehen. (Illustration: istockphoto/SIphotography)
Wir brauchen Geschichten, um die abstrakte Bedrohung durch die Klimakrise zu verstehen. (Illustration: istockphoto/SIphotography)

Die Hitzewelle in Indien übersteigt alles Erwartete. Entwicklungshelfer Frank ist mitten drin. Dann fällt auch noch der Strom aus – und damit alle Kühlschränke und Klimaanlagen. Es gibt kein Entrinnen vor der Hitze. »Hyperthermie, das ist bloß ein Wort. Die Realität ist anders. Man kriegt keine Luft. Schwitzen funktioniert nicht mehr. Man wird bei lebendigem Leib geröstet wie ein Braten im Backrohr.« Mehr als 20 Millionen Menschen sterben. Mit diesem apokalyptischen Szenarium beginnt Kim Stanley Robinsons Roman »Das Ministerium der Zukunft«. Darin beschließt die indische Regierung, Abgase in die Atmosphäre zu blasen, um die Sonneneinstrahlung zu verringern und die weltweiten Temperaturen zu senken. Dies ruft die irische Diplomatin Mary Murphy auf den Plan. Sie leitet in Zürich eine UN-Agentur zur Einhaltung des Pariser Klimaabkommens. Um das weitere Vorgehen zu beraten, trommelt sie die Weltgemeinschaft zusammen. Doch niemand will die notwendigen Maßnahmen ergreifen, um CO2-Emissionen zu reduzieren. Es ist eben ein Unterschied, ob man wie Frank die Folgen des Klimawandels am eigenen Leib erfährt oder am grünen Tisch bei kühlen Getränken darüber verhandelt. »Es war leichter, sich das Ende der Welt vorzustellen, als das Ende des Kapitalismus«, schreibt Kim Stanley Robinson in seinem 2021 erschienenen Buch.

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