Der letzte Brief (Vorsicht Satire!)
Rasenmähen ist der neue Männersport
ich muss Dampf ablassen: Georg, mein Göttergatte, schaut ja ständig im Handy in der Wetterapp nach, ob es trocken bleibt, damit er den Rasen mähen kann. Und da beginnt das Problem. Ich bin so was von sauer auf ihn! Im Frühjahr haben wir noch über die Aktion »Mähfreier Mai« gesprochen und wie gut es ist, einen ganzen Monat lang den Rasenmäher in der Garage stehen zu lassen. Dass das den Insekten guttut, weil sie dann Nektar finden, und Gänseblümchen und Wildkräuter die Chance haben, sich zu vermehren. Den halben Monat hat er sich daran gehalten, obwohl seine Hände zuckten und zitterten, als hätte er Entzugserscheinungen. An manchen Tag hat er sich quasi auf die Hände gesetzt, um nicht zum Rasenmäher zu greifen. Zumal wir doch den neuen Akkurasenmäher haben, der schnurrt wie ein Kätzchen und mäht ohne Kabel. Aber kaum war ich mit meiner Wandergruppe drei Tage weg, lud sich Georg seinen Kumpel Christian ein. Und sie hatten nichts Besseres zu tun, als den Rasen ratzeputz kurz zu mähen. Dieser elendige Schuft! Dieser Insektenfeind! Dieser Wortbrüchige! Ehrlich, ich dachte an Scheidung.
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