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Kolumne von Peter Otten
Das Vertrauen der Tiere

Greta, der Pudel, glaubt fest daran, dass ihre Menschen ihr nichts Böses tun. Andere Tiere können sich da nicht so sicher sein, denkt Peter Otten und fragt sich, ob Ochs und Esel in der Krippe froh sind, aus Holz zu sein.
vom 09.12.2022
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»Ich tu dir nichts, du tust mir nichts, okay?« (Foto: istockphoto / miodrag ignjatovic)
»Ich tu dir nichts, du tust mir nichts, okay?« (Foto: istockphoto / miodrag ignjatovic)

Glaubt mein Hund an Gott? Keine Ahnung. Glaubt er überhaupt irgendetwas? Ja, das tut er. Greta, unser Pudel, glaubt jeden Tag daran, dass ich ihr nichts Böses antue. Jeden Morgen, wenn ich mich schlaftrunken von der einen auf die andere Seite der Dämmerung entgegenwälze, wickelt sie sich aus der Rolle aus, die sie nachts immer mit sich selbst bildet. Sie dehnt kurz ihren Rücken, stöhnt dabei wohlig und tapst über Bettdeckenwülste und Besucherritzentiefen hinweg herüber. Es folgt eine Minute Ohrenausschlecken, die mich schlagartig aus der wohligen Besinnungslosigkeit entführt. Anschließend lehnt sie sich an meine Beine, die inzwischen mit der Bettdecke eine formidable Pyramide bilden, führt mit der Schnauze meine Hand zu ihrem Körper (»Los! Streicheln!«) und legt dann den Kopf auf meinem Knie ab. Nach einer guten Minute folgt das gleiche Ritual bei der Gattin. Und dann der tapsige Rückweg, wieder über Besucherritzen und Bettdeckenwülste, Beine und Füße hinweg zurück in die selbstgestaltete Pudelrolle. Zufriedenes Grunzen.

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Schlagwörter: Glaube Kirche Tiere Vertrauen
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