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Was bleibt?

Was wollen wir weitergeben? Unseren Kindern, unseren Kindeskindern? Das ist eine Frage, die mittlerweile jeder ethischen Überlegung zugrunde liegen muss. Weil wir bekanntermaßen alle Mittel haben, den Planeten als tote Wüste der Zukunft zu vererben. Das neue EXTRA Thema über »Erinnern und bewahren«
von Matthias Morgenroth vom 14.11.2015
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Was hält man fest, was lässt man ziehen? Das Thema beschäftigt einen nicht nur im Alter. Es ist die Frage nach dem, was wichtig geworden ist im Leben. Das neue EXTRA Thema nähert sich ihr auf vielfältige Weise (Foto: photocase.de/ad.unger)
Was hält man fest, was lässt man ziehen? Das Thema beschäftigt einen nicht nur im Alter. Es ist die Frage nach dem, was wichtig geworden ist im Leben. Das neue EXTRA Thema nähert sich ihr auf vielfältige Weise (Foto: photocase.de/ad.unger)

Was wollen wir weitergeben? Diese Frage stellt sich angesichts der plötzlich auf uns einwirkenden Unsicherheiten immer drängender. Alles wird anders – das ist das Lebensgefühl, das uns schon lange beherrscht. Und die bange Frage lautet: Wohin wird uns das führen? Viele sehen sich darin bestätigt, dass der Finanzkapitalismus nun die Weltherrschaft übernimmt, während die Mehrheit der Bewohner auf diesem Globus als atemloses Fußvolk der Beschleunigungsmaschinerie des »Immer-Mehr« hinterherläuft. Bedroht von Kriegen und Terrorismus sehen einige das Ende der Aufklärung nahekommen, die Welt mit ihren Ideen einer offenen, freien, friedlichen Menschengemeinschaft vor einem Abgrund. Und über allem verdichtet sich das Gefühl: Wir müssen bewahren, was wir haben, sonst ist es verloren.

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Aber was ist es, was uns bleiben soll? Das ist eine spannende Frage, der die Autorinnen und Autoren dieses EXTRAs nachgehen. »Wir sind noch nicht am Ende«, lautet eine der frohen Botschaften in diesem EXTRA. Wir können den kommenden Generationen viel Gutes weitergeben. Unter anderem den Mut, für das Leben gegen den Strom zu schwimmen und die alten »Wahrheiten« immer wieder kritisch zu hinterfragen.

Vieles einst Selbstverständliche wollen wir nicht mehr im Religionsunterricht hören. Manchmal verbauen sich die Kirchen gerade dadurch den Weg zu den Herzen, dass sie an etwas festhalten, was andere längst als zeitgebundenen Ballast erkannt haben. Manches geben Eltern an ihre Kinder weiter, ohne es zu merken und zu wollen, angstbringende Botschaften, von denen man sich erst mühsam im Laufe des Lebens befreien kann. Davon berichten wir in diesem EXTRA, und wir fragen weiter: Wie gelingt es, an Fehler der Menschheitsgeschichte wie die Schoah zu erinnern, wenn die Zeitzeugen sterben? Wie werden wir selbst zu Zeugen alter Geschichten? Denn es sind die Geschichten der Alten, die die Jungen zum Leben brauchen. Die Tradition, die eigene Familientradition oder die eines Dorfes, einer Kirche, einer Gesellschaft, ist zwar nicht mehr einfach nur deshalb plausibel, weil »man es eben so macht«. Aber ohne Tradition, ohne Herkunft und Erinnerung geht es auch nicht.

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