Kirchenasyl
»Dann kommt mal rein«
von
Matthias Drobinski
vom 17.05.2024
In der Berliner Heilig-Kreuz-Kirche erinnert ein Bild an Cemal Kemal Altun, der am 30. August 1983 aus Angst vor einer Abschiebung in den Tod sprang (Foto: Asyl in der Kirche Berlin-Brandenburg / Peter Groth)
Nachts kommen die Gespenster. Gehen durch die mächtigen Backsteinmauern der Heilig-Kreuz-Kirche in Berlin-Kreuzberg. Die Treppe hinauf und den schmalen Gang entlang, dorthin, in die Köpfe derer, die sich da auf dünnen Matratzen schlaflos wälzen. Die Polizei hat hier keinen Zutritt. Die Gespenster kommen, wenn es ruhig wird. Die Angst, die Erinnerung an Gewalt und Demütigung, die Sorgen. Es gibt hier niemanden ohne Albträume, sagt Marita Leßny, die sich um die Menschen kümmert, die hier Zuflucht gefunden haben.
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Datum der Erstveröffentlichung: 05.09.2023

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