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Swetlana Alexijewitsch
Der Tod trägt neue Masken

Tschernobyl möchten wir vergessen, weil unser Bewusstsein davor kapituliert, sagt die Literatur-Nobelpreisträgerin. Für sie beginnt mit der Katastrophe eine neue Realität.
von Swetlana Alexijewitsch vom 23.04.2026
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»Wir sprangen in eine neue Realität«, schreibt die belarussische Literaturnobelpreisträgerin Swetlana Alexijewitsch über die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl (Foto: PA/REUTERS/POOL New)
»Wir sprangen in eine neue Realität«, schreibt die belarussische Literaturnobelpreisträgerin Swetlana Alexijewitsch über die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl (Foto: PA/REUTERS/POOL New)

Die Nacht des 26. April 1986 ... In einer Nacht gelangten wir an einen neuen Ort der Geschichte. Wir sprangen in eine neue Realität, und diese Realität überstieg nicht nur unser Wissen, sondern auch unsere Einbildungskraft. Irgendwo oben wurden Entscheidungen getroffen, geheime Anweisungen verfasst, Hubschrauber in den Himmel geschickt, unten aber wartete man auf Informationen und hatte Angst, lebte von Gerüchten, doch niemand sprach über das Wichtigste: Was ist eigentlich passiert?

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