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Essay
Die Macht des Hasses

Auf der ganzen Welt entbrennt der Hass. Das Gefühl ist mächtiger als die Liebe, auch wenn wir das nicht wahrhaben wollen. Was macht ihn gerade jetzt so gewaltig?
von Martin Hecht vom 12.12.2023
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(Fotocollage: istockphoto / Goja1; istockphoto / Brycia J. Kiewlak)
(Fotocollage: istockphoto / Goja1; istockphoto / Brycia J. Kiewlak)

Wenn man den Hass vom Ende her denkt, landet man am Meer. Das Meer ist der Ort der Stille, ein Raum, an dem sich auch das Herz weiten und der Hass vergehen kann. Ein prominenter Meeressucher, der diese Selbsterfahrung am eigenen Leib beschreibt, ist Ismael, die Hauptfigur von Herman Melvilles Roman »Moby-Dick« aus dem Jahr 1851. Melville legt ihm die Worte in den Mund: »Immer, wenn mir der Missmut am Mundwinkel zerrt und nieselnder November in die Seele einzieht, wenn die schlechte Laune überhandnimmt, dass ich mir Gewalt antun muss, um nicht auf die Straße hinunterzulaufen und jedem, der mir begegnet, kalten Blutes den Hut herunterzuschlagen, dann ist es für mich allerhöchste Zeit, zur See zu gehen.«

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