Klimaschutz
Die Welt retten geht nur demokratisch
Können demokratische Staaten, demokratisch verfasste Gesellschaften wirkungsvoll das Klima schützen, die Erderwärmung begrenzen? In jüngster Zeit sind die Zweifel daran gewachsen. Der fortgesetzte Anstieg der weltweiten Emissionen erfordert schnelles und entschiedenes Handeln. Demokratische Prozesse verlaufen langsam und erfordern Kompromisse. Wer Veränderungen will, muss dafür Mehrheiten gewinnen. Planungsverfahren müssen rechtssicher verlaufen, wer von ihnen betroffen ist, kann gegen das jeweilige Vorhaben klagen. Radikale Klimaschützer fordern deshalb, sich angesichts der drohenden Selbstausrottung der Menschheit über solche demokratischen Verfahren hinwegzusetzen. »Wenn eine Gesellschaft so unmoralisch handelt, wird Demokratie irrelevant«, sagt zum Beispiel Roger Hallam, Mitgründer der Gruppe »Extinction Rebellion« (von dem sich die Gruppe mittlerweile distanziert). Auf der anderen Seite polemisieren rechte und populistische Parteien gegen die angeblich drohende »Ökodiktatur«. Sie finden Zuspruch bei Menschen, die fürchten, dass das Leben für sie unbezahlbar wird, dass ihnen das Autofahren, der Flug in den Urlaub, das Schnitzel auf dem Teller verboten werden soll.
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Ottmar Edenhofer ist Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, Direktor des Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change und Professor für die Ökonomie und Politik des Klimawandels an der TU Berlin. Er wirkte bei der Umwelt-Enzyklika »Laudato Si« von Papst Franziskus mit.
Jacob Edenhofer ist Masterstudent der vergleichenden Regierungslehre an der University of Oxford.

Die Erderwärmung stoppen
