Friedensarbeit in Israel
Eine Oase des Miteinanders
Nili Nesher, die Hebräisch-Lehrerin, hat in der Eingangshalle der Tabeetha School in Jaffa, dem traditionell arabischen Teil von Tel Aviv, ein »Museum der Koexistenz« eingerichtet. Es erzählt Geschichten des Zusammenlebens – auch schmerzhafte. Etwa, dass nach der Gründung des Staats Israel 1948 und der damit einhergehenden Nakba von den zuvor 70 000 arabischen Bewohnern Jaffas nur 3800 übrig geblieben sind. Heute gehört Jaffa zu den sehr wenigen Orten in Israel, in denen Palästinenser und Juden zusammenleben. In der Tabeetha School lernen ihre Kinder gemeinsam. In der Ausstellung werden Geschichten ehemaliger Schüler und Lehrer erzählt, die in diesem konfliktreichen Umfeld an der Idee der Koexistenz festgehalten haben. Wie die der Familie Abulafia, die eine 1879 gegründete Bäckerei betreibt. Khaled Abulafia wurde 2001 Opfer des Attentats eines extremistischen Juden. Statt sich Rachegefühlen hinzugeben, ließ die muslimisch-palästinensische Familie die Synagoge in ihrer Nachbarschaft renovieren. Abed Abulafia, ein ehemaliger Tabeetha-Schüler aus der Bäcker-Familie, wird in der Ausstellung zitiert: »Multikulturelle Erziehung ist die einzige Antwort auf Rassismus, sie ist es, die Ungleichheit beseitigt.«
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Ramona Lenz ist freie Autorin und Sprecherin der Stiftung medico international. Seit 2022 verbringt sie viel Zeit in Jaffa. Ihre Tochter besuchte ein Jahr lang die Tabeetha School.

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