Investigativ-Report AfD, Teil II
Hauen und Stechen
Zwei Wochen später im tiefen Westen: Hagen Weiß sticht etwas missmutig in ein Schnitzel. »Über Jahrzehnte durften die Ostdeutschen kein Wort über Patriotismus verlieren. Dadurch hat sich ein Nachholbedarf aufgestaut, der sich jetzt auch gelegentlich in Übertreibungen äußert.« Weiß ist 22, er sitzt im Bundesvorstand der JA und nutzt die Mittagspause des JA-Bundeskongresses in Bottrop für einen Happen. Er und seine Freunde am Tisch kommen aus Nordrhein-Westfalen (NRW). In der JA tobt ein Kulturkampf, ähnlich wie bei der AfD. Zwar insgesamt rechter als die Mutterpartei, streiten auch hier zwei Flügel: Auf der einen Seite die West-Landesverbände, sie haben die JA gegründet und stehen an der Seite Luckes. Und auf der anderen Seite die Verbände Ostdeutschlands gemeinsam mit Baden-Württemberg. Aus den Westverbänden Bayern, NRW und Baden-Württemberg kommen zwei Drittel aller Mitglieder. Noch ist die JA in den Händen der »Gemäßigten« wie Hagen Weiß. Aber die Nationalisten planen heute den Durchmarsch. Der rechte Flügel ist gut organisiert, »da kommt es zum Showdown«, sagt Weiß.
Sie haben bereits ein
-Abo? Hier anmelden

Investigativ-Report AfD
