Zur mobilen Webseite zurückkehren

Investigativ-Report AfD, Teil II
Hauen und Stechen

Der Richtungskampf zwischen der Mutterpartei und der Jugendorganisation ist in vollem Gang. Vielen in der AfD ist die Junge Alternative zu nationalistisch. Doch Parteigründer Bernd Lucke wird abgelöst, Frauke Petry übernimmt. Die JA forciert den Rechtskurs, es wird völkisch.
von Jan Rübel vom 08.07.2021
Artikel vorlesen lassen
 (Foto: pa/Maurer [Mod.])
(Foto: pa/Maurer [Mod.])

Zwei Wochen später im tiefen Westen: Hagen Weiß sticht etwas missmutig in ein Schnitzel. »Über Jahrzehnte durften die Ostdeutschen kein Wort über Patriotismus verlieren. Dadurch hat sich ein Nachholbedarf aufgestaut, der sich jetzt auch gelegentlich in Übertreibungen äußert.« Weiß ist 22, er sitzt im Bundesvorstand der JA und nutzt die Mittagspause des JA-Bundeskongresses in Bottrop für einen Happen. Er und seine Freunde am Tisch kommen aus Nordrhein-Westfalen (NRW). In der JA tobt ein Kulturkampf, ähnlich wie bei der AfD. Zwar insgesamt rechter als die Mutterpartei, streiten auch hier zwei Flügel: Auf der einen Seite die West-Landesverbände, sie haben die JA gegründet und stehen an der Seite Luckes. Und auf der anderen Seite die Verbände Ostdeutschlands gemeinsam mit Baden-Württemberg. Aus den Westverbänden Bayern, NRW und Baden-Württemberg kommen zwei Drittel aller Mitglieder. Noch ist die JA in den Händen der »Gemäßigten« wie Hagen Weiß. Aber die Nationalisten planen heute den Durchmarsch. Der rechte Flügel ist gut organisiert, »da kommt es zum Showdown«, sagt Weiß.

  Gedruckt + Digital  
  Digital  

Hören Sie diesen Artikel weiter mit P F plus:

4 Wochen freier Zugang zu allen P F plus Artikeln inklusive ihh Payper.

Jetzt für 1,00 Euro testen!

Publik-Forum
Publik-Forum
Einen Moment bitte...
0:000:00
1.0