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Krisen, Korruption und die Armen

Im Jahr der Olympischen Spiele in Rio schwächeln linke Regierungen in Lateinamerika. Die neoliberale Rechte jubelt. Doch dieser Jubel könnte verfrüht sein
von Toni Keppeler vom 11.08.2016
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Hier steht heute ein Olympia-Stadion: Ein Arbeiter hält im August 2014 einen grünen Ballon mit der Aufschrift »Rio 2016« hoch. Im August 2016 sieht es an dieser Stelle ganz anders aus. (Foto: pa/dpa/Michael Kappeler)
Hier steht heute ein Olympia-Stadion: Ein Arbeiter hält im August 2014 einen grünen Ballon mit der Aufschrift »Rio 2016« hoch. Im August 2016 sieht es an dieser Stelle ganz anders aus. (Foto: pa/dpa/Michael Kappeler)

Das traurigste Beispiel liefert derzeit das Olympia-Land Brasilien: In dem Riesenstaat mit mehrheitlich farbiger Bevölkerung sägte jüngst ein schwerreicher Klüngel korrupter weißer Männer mit vordergründig legalen, zumindest aber winkeladvokatischen Mitteln Dilma Rousseff, die demokratisch gewählte linke Präsidentin, ab. Zuvor hat in Argentinien der rechte, knallhart neoliberale Unternehmer Mauricio Macri die Präsidentschaftswahl nach zwölf Jahren Linksperonismus knapp gewonnen. In Bolivien hat der linke Evo Morales ein Referendum verloren, das ihm im Falle des Sieges die Möglichkeit eröffnet hätte, 2019 ein viertes Mal in Folge Präsident seines Landes zu werden. In Chile ist die sozialistische Präsidentin Michelle Bachelet gut zwei Jahre nach ihrem überwältigenden Wahlsieg in einem lange anhaltenden Beliebtheitstief. Von Venezuela ganz zu schweigen: Die höchste Inflation weltweit, eine dramatisch schlechte Versorgungslage der armen Bevölkerung, eine aggressive rechte Opposition im Aufwind und ein sich immer autoritärer wehrender Präsident Nicolás Maduro.

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