Fluchtrouten
Das stille Sterben an Europas Grenzen
Wenn Fischer vor der Küste Westafrikas ihre Netze an Bord ziehen, werden sie immer häufiger mit der schrecklichen Realität menschlichen Elends konfrontiert. Statt Fischen finden sie Leichen oder Leichenteile in den Netzen. Manchmal sind die Toten schon stark verwest, manchmal erst kurz im Wasser. Männer sind darunter und auch Frauen und Kinder. Gestorben beim Versuch, per Boot zu den Kanarischen Inseln zu gelangen. Teilweise sterben Flüchtlinge an Bord, weil Wasser und Nahrungsmittel ausgegangen sind. Die Überlebenden werfen sie ins Meer, um das Boot leichter zu machen. Nicht selten gehen kleine Flüchtlingsboote auch unter, dann überlebt meist niemand.
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