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Fluchtrouten
Das stille Sterben an Europas Grenzen

Sie erfrieren, sie ertrinken, sie verdursten: An den Außengrenzen der Europäischen Union kommen Tausende Flüchtende ums Leben, weil Europa sich abschottet.
von Ulrike Scheffer vom 03.01.2022
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Tot oder vermisst: Seit 2014 kamen weltweit wohl mehr als 45000 Menschen auf der Flucht ums LebenTot oder vermisst – eine verheerende Bilanz (Quelle: missingmigrants.iom.int)
Tot oder vermisst: Seit 2014 kamen weltweit wohl mehr als 45000 Menschen auf der Flucht ums LebenTot oder vermisst – eine verheerende Bilanz (Quelle: missingmigrants.iom.int)

Wenn Fischer vor der Küste Westafrikas ihre Netze an Bord ziehen, werden sie immer häufiger mit der schrecklichen Realität menschlichen Elends konfrontiert. Statt Fischen finden sie Leichen oder Leichenteile in den Netzen. Manchmal sind die Toten schon stark verwest, manchmal erst kurz im Wasser. Männer sind darunter und auch Frauen und Kinder. Gestorben beim Versuch, per Boot zu den Kanarischen Inseln zu gelangen. Teilweise sterben Flüchtlinge an Bord, weil Wasser und Nahrungsmittel ausgegangen sind. Die Überlebenden werfen sie ins Meer, um das Boot leichter zu machen. Nicht selten gehen kleine Flüchtlingsboote auch unter, dann überlebt meist niemand.

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