Sicherheitsbranche
Viel Arbeit, wenig Geld
Seinen Namen will er lieber nicht nennen. »Ich bin 63 Jahre und bewache den Eingang einer großen Brauerei in NRW«, erzählt ein Betriebsrat aus der Sicherheitsbranche, »Nacht- und Tagdienste, morgens um vier geht der Wecker, um halb sechs muss ich da sein.« Zwölfstunden-schichten, mit An- und Abfahrt werden daraus knapp 14 Stunden. Viel Freizeit bleibt da nicht. Harte Arbeitsbedingungen und niedrige Löhne sind üblich in der Sicherheitsbranche. Und üblich ist auch eine feindliche Haltung der meisten Arbeitgeber gegenüber der betrieblichen Interessenvertretung der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. Trotzdem ist die Branche in den vergangenen Jahrzehnten enorm gewachsen: 260 000 Beschäftigte Ende 2019 – Anfang der 1990er-Jahre waren es weniger als 70 000. Viele der großen Dienstleister wie Kötter haben ihren Sitz in Nordrhein-Westfalen.
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Gerhard Klas ist freier Journalist. Er lebt in Köln.

