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Ausländerkriminalität
Wenn der Täter Jan heißt, interessiert das niemanden

Messerangriffe und Amokfahrten im öffentlichen Raum machen Angst und verunsichern. Aber das Land scheint nur dann in Gefahr, wenn der Täter nichtdeutscher Herkunft ist. Über den verzerrten Blick der Medien.
von Nana Gerritzen vom 14.04.2025
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Ausländerkriminalität ist bei Weitem kein quantitativ so umfassendes Problem, wie medial suggeriert wird (Illustration: Jens Bonnke)
Ausländerkriminalität ist bei Weitem kein quantitativ so umfassendes Problem, wie medial suggeriert wird (Illustration: Jens Bonnke)

Am Mittag des 3. März, einem Montag, gehen die ersten Eilmeldungen ein: Ein Autofahrer ist, offenbar mit Vorsatz, in eine Mannheimer Fußgängerzone gerast. Ein 54-jähriger Mann und eine 83-jährige Frau sterben, 14 Menschen werden teilweise schwer verletzt. Über den Täter ist zunächst nichts bekannt. Dennoch twittert der rechtspopulistische Journalist Roland Tichy: »Wieder Mordanschlag mit einem Auto, diesmal Mannheim. Die Politik wird nichts zum Schutz der Bevölkerung unternehmen und die Zuwanderung weiter beschleunigen.« Die Publizistin Birgit Kelle fragt auf X: »Wie viele Tote braucht es noch, bis die Grenzen endlich zu sind und wir konsequent abschieben?« Um 15:26 Uhr meldet die dpa, dass der mutmaßliche Täter Deutscher ist – ohne Migrationshintergrund. In den Redaktionen der Republik, so scheint es, wird einmal kollektiv aufgeatmet – es war kein Asylbewerber – und die Nachricht dann zu den Akten gelegt. Es gibt keine Talkshow, in der erörtert wird, wie man so etwas verhindern könnte. Niemand fordert Konsequenzen. Keine Politikerin spricht über männliche Gewalt oder den Missbrauch von Autos als Mordwaffen. Gewalttaten von Deutschen, so scheint es, sind ein einzupreisendes Risiko, dass wir als Gesellschaft zu tragen bereit sein müssen.

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Schlagwörter: Deutschland Medien Migration
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