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Sozialprotokoll
»Wir sind nirgendwo erwünscht«

In Uganda ist Homophobie jetzt staatlich verordnet: Für Transfrau Michaela Kabugho heißt das: Nachbarn, die Molotow-Coktails werfen und eine Tante, die den »Homosexuellen-Virus« auszutreiben versucht.
von Simone Schlindwein vom 18.07.2023
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Queer und deshalb in Gefahr: Michaela Kabugho
Queer und deshalb in Gefahr: Michaela Kabugho

An jenem Abend im März, als das sogenannte Anti-Homosexuellengesetz vom Parlament verabschiedet wurde, saß ich vor dem Fernseher, weil die Debatte dort live übertragen wurde. Es war schon spät, als die Abstimmung stattfand. Ich war alleine zu Hause. Meine Nachbarn verfolgten die Debatte ebenfalls, ich konnte sie nebenan hören, wie sie homophobe Sprüche rissen. Als sich dann abzeichnete, dass das Gesetz mit großer Mehrheit durchgeht, kam fast die ganze Nachbarschaft vor meinem Haus zusammen. Sie wussten, dass ich »einer von denen« bin. Sie haben deshalb schon immer Witze über mich gemacht. An diesem Abend jedoch begannen sie Steine zu werfen und schlugen meine Fensterscheiben ein. Dann landete ein Molotowcocktail vor meiner Haustür. Zum Glück fing er nicht an zu brennen. Mein Vermieter wohnt direkt nebenan und kam herausgestürmt. Als er die mit Benzin gefüllte Flasche sah, bekam er Panik und warf mich noch in derselben Nacht raus.

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