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Yes, he could! Obama siegt

Kurz vor Mitternacht US-amerikanischer Oststaaten-Zeit konnten die Nagelbeißer endlich entspannen: Ohio stimmte für Obama. Und damit war die Wahl für Mitt Romney verloren
von Barbara Jentzsch vom 07.11.2012
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»Yes we can - again!«: Barack Obama ist alter und neuer Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika - und er feiert das in Chicago. (Foto: pa/abaca/Olivier Douliery)
»Yes we can - again!«: Barack Obama ist alter und neuer Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika - und er feiert das in Chicago. (Foto: pa/abaca/Olivier Douliery)

Karl Rove, der Super-Strippenzieher der Republikaner, tat zwar noch einmal so, als wisse er mehr und bezeichnete das auch von seinem Haussender Fox gemeldete Ergebnis lange Zeit als »verfrüht«. Aber Meistermanipulator Rove konnte das Ergebnis der Wahlmänner-Stimmen dann doch nicht schönen.

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270 »electoral votes« brauchte der Sieger. Und als es um 23.20 Ortszeit 274 : 203 für Obama stand, twitterte der erleichterte, runderneuerte Präsident an seine Fans und den Rest der Welt: »Four more years.« Das Ende dieser Wahlnacht sah Obama dann mit einem satten »landslide«-Sieg: 303 : 206. Auch im Senat hielten die Demokraten ihre Mehrheit, während das Repräsentantenhaus erwartungsgemäß bei den Republikanern blieb.

Doch wieder einmal geriet der Urnengang in bestimmten Bundesstaaten zu einem verdächtigen Spektakel. Während die Wähler in Kalifornien, Texas, Maine und anderswo ihre Stimme gleichsam im Spaziergang abgaben, lichteten sich die Schlangen in den wahlentscheidenden »swing states« Virginia, Ohio und Florida erst spät in der Nacht. Die Wähler standen sich die Beine in den Leib, weil es entweder nicht genügend Wahllokale gab, zu wenig elektronische Wahlmaschinen bereit standen oder weil die Wahlzettel ausgegangen waren .Angesichts geduldig ausharrender, vorwiegend alter Leute in Ohios schwarzen Wahldistrikten, Menschen, die oft im Rollstuhl kamen oder mit ihrem Sauerstofftank auf Einlass warteten, fand Jesse Jackson Senior, der altgediente Bürgerrechtskämpfer, mal wieder die richtigen Worte: »The people want to vote« … »Die Leute wollen ihre Stimme abgeben. Die republikanischen Politiker, die mit üblen Tricks versucht haben, uns am Wählen zu hindern, haben genau das Gegenteil erreicht. Sie haben uns nur noch stärker motiviert.«

Amerikas Wähler haben sich in der »popular vote« nur knapp für Obama entschieden. Der Präsident kann also kein Mandat beanspruchen, aber seine Wiederwahl wird er nutzen, auf den Errungenschaften seiner ersten vier Jahre – vor allem der historischen Gesundheitsreform und den Anfängen einer Finanzreform – aufzubauen. Obama will sofort in Angriff nehmen, was er kurz vor Schluss seiner Kampagne als Zukunftsvision vorgelegt hat: ein neues Jobs Programm, den zweiten Anlauf zur Einwanderungsreform und das vom Hurrikan Sandy erzwungene Versprechen, das Thema »Klimawandel« auf den Tisch zu bringen. Ohne die Kooperation des Kongresses wird sich da nicht viel bewegen. Beide Seiten müssen Kompromisse machen. Ob die enttäuschten Republikaner in Obamas zweiter Runde dazu bereit sein werden, darf bezweifelt werden. Aber das ist Schnee für morgen. Heute zählt nur eins: Yes, he could!

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Personalaudioinformationstext:   Barbara Jentzsch berichtet seit über dreißig Jahren aus den USA – für Radiostationen, Publik-Forum.de und Publik-Forum. Sie lebt im Bundesstaat Virginia.

In ihrem journalistisches Tagebuch begleitete Barbara Jentzsch den US-Wahlkampf bis zu den Präsidentschaftswahlen. Sie können ihre komplette Wahl-Serie »Romney contra Obama. Tagebuch eines Duells« noch einmal lesen, wenn Sie in das Kästchen am Beginn dieses Textes klicken.
Schlagwort: US-Wahl
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