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Am seidenen Faden

Im mittelalterlichen Bild der Maria am Spinnrocken offenbart sich ein Gott im Werden. Das Gewebe des Lebens ist ein nicht endender, zukunftsoffener Schöpfungsprozess, in dem Gott den Menschen zum Guten lockt.
von Giannina Wedde vom 30.08.2020
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Erfurter Meister: »Maria am Spinnrocken«, o. J., Leinwand auf Nadelholz Abbildung: © Staatliche Museen zu Berlin, Gemäldegalerie / Jörg P. Anders
Erfurter Meister: »Maria am Spinnrocken«, o. J., Leinwand auf Nadelholz Abbildung: © Staatliche Museen zu Berlin, Gemäldegalerie / Jörg P. Anders
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Zu Hause, im Alltag, vertieft in gewöhnliches Tun. Ein Faden wird aufgenommen. Das Garn zwischen Rocken und Spindel wandert durch die Mitte der Spinnerin, durch die Mitte des Lebens, des Leibes, durch die Mitte des göttlichen Kindes. Die eine Hand der Maria weist zum Himmel, die andere zur Erde, im Fluss von Empfangen und Geben. Ihre Augen sind auf den Faden gerichtet – Bewusstheit. Liegt der Faden göttlichen Lebens in Menschenhand?

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Schlagwörter: Maria Mittelalter Spinnen
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