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Aufarbeitung von sexualisierter Gewalt
Den geschätzten Bruder verschwinden lassen

Edmund Dillinger war eine wortmächtige Galionsfigur im extrem konservativen Katholizismus – bis seine Missbrauchstaten offenbar wurden. Nun will man ihn dort nicht mehr kennen, geschweige denn mögliche Mitschuld aufarbeiten.
von Louis Berger vom 09.05.2024
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Edmund Dillinger war ein Priester nach dem Geschmack von Papst Johannes Paul II. – bis seine Missbrauchstaten offenbar wurden (Foto: © Steffen Dillinger)
Edmund Dillinger war ein Priester nach dem Geschmack von Papst Johannes Paul II. – bis seine Missbrauchstaten offenbar wurden (Foto: © Steffen Dillinger)

Edmund Dillinger starb im November 2022. Sein Neffe Steffen Dillinger fand im verwahrlosten Haus des Priesters im saarländischen Friedrichsthal zahlreiche Nacktfotos und Dias, die den Verdacht auf sexuellen Missbrauch von Schutzbefohlenen begründeten. Er informierte die Polizei, doch die anschließenden Ermittlungen sind nicht frei von Ungereimtheiten. Unter anderem vernichtete die Staatsanwaltschaft Saarbrücken Jahresterminkalender, die von Dillinger akribisch geführt wurden und weiteren Aufschluss über seine Taten hätten geben können. Der Abschlussbericht der Sonderermittler lag bei Redaktionsschluss noch nicht vor, er wird in den nächsten Tagen erwartet.

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