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Digitale Kirche
Der Geist weht durch den Bildschirm

Die Corona-Pandemie hat Gottesdienst und Gemeinden verändert. Jetzt müssen die Kirchen klären, was die Digitalisierung für den Glauben bedeutet.
von Christoph Fleischmann vom 23.05.2021
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Pfarrer vor der Handy-Linse: Segen oder Fluch der Digitalisierung? (Foto: gettyimages/Ian Forsyth)
Pfarrer vor der Handy-Linse: Segen oder Fluch der Digitalisierung? (Foto: gettyimages/Ian Forsyth)

Vor dem Bildschirm ist alles hergerichtet: ein Glas Wein, etwas Brot und eine angezündete Kerze. So war es empfohlen in der Einladung zum digitalen Abendmahl der evangelischen Kirchengemeinde in Dillenburg in Nordhessen. In der fremden Gemeinde habe ich mich angemeldet, um zu erleben, wie das geht: digital Abendmahl feiern. Alle anderen, die dem Zoom-Meeting beitreten, kennen sich. Wir werden von Pfarrer Friedhelm Ackva herzlich begrüßt und plaudern kurz miteinander. Man schaut in die Wohn- oder Arbeitszimmer der anderen. Pfarrer Ackva hat in das Bücherregal hinter sich einen Druck des da-Vinci-Abendmahls und ein Vexierbild gestellt: Zwei Gesichter, die sich anschauen, lassen in der Mitte einen Platz, der aussieht wie ein Kelch. Das ersetzt nicht die Konzentration, die ein Kirchraum schafft, aber durch Begrüßen und Vorstellen bin ich mit den anderen schon mehr verbunden, als wenn ich mich in eine fremde Kirche in eine der hinteren Reihen gesetzt hätte.

  Gedruckt + Digital  
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