Die Zerreißprobe
Der Schock ist groß. Anfang Dezember 2016: Wegen starker Schmerzen im Rücken begibt sich Irene Mieth ins Krankenhaus. Die Diagnose: Brustkrebs, streuend in die Wirbelsäule. Die Ärzte raten zu einer raschen »operativen Stabilisierung«. Doch Irene Mieth sagt nein. Die 73-jährige Oberstudienrätin will lieber sterben. Sie möchte nicht dahinsiechen. In ihrem Tagebuch, das sie zu dieser Zeit beginnt, schreibt Irene Mieth: »Ich vertraue meinem Mann, dass er … seinen Wunsch nach meinem Überleben, unter Umständen auch mit Einschränkungen und Pflegebedarf, hinter meinen Wunsch nach dem Abschluss eines erfüllten Lebens zurückstellt.«
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