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Religion und Natur
Ein Fluss als Gottesgeschenk

Indigene in Peru besinnen sich auf ihre alten Traditionen und kämpfen für den Erhalt ihres Lebensraumes. Dabei bringen sie ein neues Konzept voran: Die Natur hat Rechte.
von Hildegard Willer vom 21.11.2023
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Die Menschen und der Fluss: Auch der Marañón hat jetzt eigene Rechte (Foto: alamy/Bernard) Golden
Die Menschen und der Fluss: Auch der Marañón hat jetzt eigene Rechte (Foto: alamy/Bernard) Golden

Früher gab es keine Flüsse. Die Menschen litten, weil sie wenig Wasser hatten. Gott erbarmte sich. Er nahm einen Bogen und drei Pfeile und ein Kanu aus Stein, das er mit Wasser füllte.« Gespannt hören rund 15 Kinder zwischen acht und 14 Jahren zu. Sie sitzen gedrängt auf Holzstühlchen in der guten Stube von Jose Manuel Huaymacari und seiner Frau Maria Nieves. Das faltige Gesicht des alten Mannes leuchtet und seine brüchige Stimme wird kräftig, wenn er den Kindern erzählt, wie der Fluss Marañón entstanden ist. »Dann nahm Gott den Bogen, spannte ihn und schoss seinen Pfeil weit, bis er in einem Baum stecken blieb. Bis dahin öffnete sich ein Fluss. Dann spannte er noch mal seinen Bogen, aber er war schon müde, zielte nicht genau, und der Pfeil machte viele Kurven. Auch dort öffnete sich der Fluss. Gott machte an einem Sandstrand halt und badete und freute sich.«

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