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Verzicht und Askese
Eine Übung in Lebenskunst

Warum lebt Peter Wunsch freiwillig in einer kargen Dachkammer? Lässt Verzicht sich verordnen? Ein Plädoyer für die Kunst, unter den eigenen Möglichkeiten zu bleiben.
von Matthias Drobinski vom 14.03.2026
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Was braucht der Mensch wirklich? Und auf was kann ich verzichten? (Foto: istockphoto/Martin Barraud)
Was braucht der Mensch wirklich? Und auf was kann ich verzichten? (Foto: istockphoto/Martin Barraud)

Der Duschvorhang besteht aus Plastiktüten, befestigt mit Wäscheklammern an einer Schnur. Die Dachfenster sind jetzt im Sommer tagsüber mit Pappe abgedeckt. Einen Schrank für die paar Kleidungsstücke, die Peter Wunsch meist geschenkt bekommt, gibt es nicht. Die Bücher in der kleinen Dachgeschosswohnung im Frankfurter Stadtteil Seckbach balancieren auf Sperrholzbrettern oder schauen aus Obstkisten; der Computer auf dem selbstgebauten Schreibtisch verdient das Prädikat historisch. Immerhin: Das gebrauchte Smartphone ist einigermaßen auf dem Stand der Technik. Seine Wäsche wäscht Peter Wunsch von Hand und sich selbst morgens mit kaltem Wasser. Einmal in der Woche duscht er warm; wenn es sehr heiß ist auch mal öfter, erzählt er – den Mitmenschen zuliebe. Sein Vermieter sagt: Noch nie habe er so niedrige Wasserrechnungen geschrieben. Er hat kein Auto, sondern ein altes Rad. Zum Gespräch gibt es Wasser aus Tassen.

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