Geiselnahme im Urwald


Weiterlesen mit Ihrem Digital-Zugang:

Weiterlesen mit Ihrem Digital-Upgrade:
- Ergänzend zu Ihrem Print-Abonnement
- Mehr als 34.000 Artikel auf publik-forum.de frei lesen und vorlesen lassen
- Die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper erhalten
- 4 Wochen kostenlos testen

Jetzt direkt weiterlesen:
- diesen und alle über 34.000 Artikel auf publik-forum.de
- die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper
- 4 Wochen für nur 1,00 €

Es ist ein heißer Tag in Puerto Francisco de Orellana: Vierzig Grad in der Sonne, hundert Prozent Luftfeuchtigkeit. Seit dem Morgen sind die Vögel verstummt.
Bischof Jesus Esteban Sabada Perez ist ein kleiner Mann von bald 75 Jahren. Der Spanier aus Pamplona mit seinem dunklen Brillengestell und dem schlohweißen Haar sieht aus, wie man sich einen freundlichen Großvater aus dem Baskenland vorstellt.
»Um zehn Uhr hatte ich die Messe in unserer kleinen Kathedrale hier in Coca zu Ende gefeiert, dann riefen die Polizei und die Sicherheitsdienste an. Sie baten dringend um ein sofortiges Treffen. Sie würden gleich kommen«, berichtet Sabada Perez vom vergangenen Sonntag. Da wusste er noch nicht, in welch schwieriger Vermittlerrolle er sich kurz darauf wiederfinden würde.
Kurz vor seinem Rückflug nach Deutschland ließ Thomas Seiterich uns wissen: »Der Generalvikar von Coca, Padre Juan Carlos, teilte mir mit: Die Polizei landete mit zwei Hubschraubern auf dem Dorfplatz einer Gemeinde der Shuar. Die Sicherheitskräfte befreiten die Geisel, die in einer Hütte untergebracht war. Zugleich verhaftete sie vier Männer der Shuar und flog die Geisel sowie die vier Inhaftierten in die Provinzhauptstadt Coca. Die Shuar kamen zur Bewährung frei. Erleichterung allerseits. Doch die zugesagten Ersatzleistungen für die Wasservergiftung durch die Erdölfirma lassen weiter auf sich warten.«
