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Heiraten in Zeiten von Corona

von Karin Breuninger
vom 14.04.2020
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Meine Tochter und mein »Schwiegerkerl«, wie ich ihren Partner bisher nannte (»Kerl« ist anerkennend gemeint!), hatten auf dem Standesamt als Hochzeitstermin den Gründonnerstag ausgemacht; die Wochenendtermine sind in der Großstadt rar. Die verzweigte Familie freute sich und heckte einiges aus. Dann kam die schrittweise Reduzierung der möglichen Teilnehmer: Erst durften es nur zehn Personen sein, dann nur Brautpaar und Trauzeugen, am Ende nur die beiden, und alles sollte in zehn Minuten »erledigt« sein. Traurig für das Brautpaar und die Familien! Die Vorstellung, dass diese lang erwartete Heirat ohne Dabeisein und herzliche Umarmungen stattfinden sollte, überstieg unsere Phantasie.

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Was tun? Das Brautpaar hat am Tag davor eine Tagestournee durch die Familien gemacht, die in erreichbarer Nähe leben: Jeweils bei strahlendem Sonnenschein mit großem Abstand im Garten sitzend, wurden liebevolle Blicke und Worte ausgetauscht, eine schön dekorierte Flasche Sekt überreicht, die gemeinsam, aber getrennt nach der Trauung zu öffnen und zu leeren sein sollte.

Heimlich hatte ich mit einer Gärtnerei in der Nachbarschaft des Paares ausgemacht, dass sie mir Hornveilchen besorgen. Während das Brautpaar auf dem Standesamt war, haben mein Mann und ich die Stufen zu der Wohnung der beiden mit je einem Hornveilchen und einem Glas mit LED-Licht bestückt, sodass sie eine geschmückte und leuchtende Treppe vorfanden.

Mein Sohn hat mit großem Abstand vor dem Standesamt Fotos gemacht, so bleiben dem Brautpaar nicht nur Selfies als Erinnerung.

An festlich gedeckten Tischen haben die verschiedenen Familienteile zeitgleich Kaffee getrunken und beim Anruf über Skype mit dem dann doch strahlenden Brautpaar angestoßen. Eine wunderschöne, liebevolle Hochzeit!

Trotzdem hoffen wir auf bessere Zeiten für die kirchliche Trauung!

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Alle Beiträge des Erzählprojektes »Die Liebe in Zeiten von Corona«

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Schlagwörter: Corona Familie Liebe
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