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Hinduistisch-katholischer Ashram
Mantras, Hibiskusblüten, Eucharistie

Im südindischen Shantivanam, von Benediktinern gegründet, werden seit 75 Jahren mystische Traditionen aus West und Ost zusammengeführt, »nicht zur Vermischung, sondern zu gegenseitiger Erhellung.«
von Marian Brehmer vom 05.05.2026
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Jesus im Lotussitz. Im Wald des Ashrams Shantivanam (Foto: Marian Brehmer)
Jesus im Lotussitz. Im Wald des Ashrams Shantivanam (Foto: Marian Brehmer)

Der Priester sitzt im Schneidersitz auf einer Matte, in ockerfarbenes Tuch gehüllt. Mit würdevoller Geste nimmt er eine Hibiskusblüte und beginnt seine Anrufung mit der Silbe »Om«, gefolgt von Sanskrit-Mantren. Eine Blüte nach der anderen lässt er vor den Kelch fallen, den er gleich reichen wird. Anschließend hält er eine Hostie in die Höhe. Der Messdiener läutet ein Glöckchen und schwenkt das Arati-Licht – die rituelle Flamme der Hindus. Auf Kissen sitzen Mönche, Nonnen und Gäste. Nach der Segnung mit der Flamme tippen die Gläubigen ihre Fingerspitzen in duftende Sandelholzpaste und setzen sich einen Punkt auf das dritte Auge. Statuen oder Bilder gibt es keine in der Kapelle. Acht Säulen streben nach oben in die Kuppel mit der rosafarbenen Lotusblüte, die als Symbol der Reinheit daran erinnert, das Herz für das Göttliche zu öffnen.

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