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Christus-Bekenntnis
Messias aus dem Hause Josefs

An der dogmatischen Christuslehre klebt Blut. Sie hat antijüdischen Hass legitimiert. Es ist Zeit für eine andere Sicht auf Jesus von Nazaret.
von Wolfgang Treitler vom 04.02.2024
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 In Marc Chagalls Bild »Besessenheit« von 1943 wird die Menora gerettet, Jesus am Kreuz ist gefallen (Foto: akg-images  / André Held / © Archives Marc et Ida Chagall, Paris / VG Bild Kunst, Bonn 2024)
In Marc Chagalls Bild »Besessenheit« von 1943 wird die Menora gerettet, Jesus am Kreuz ist gefallen (Foto: akg-images / André Held / © Archives Marc et Ida Chagall, Paris / VG Bild Kunst, Bonn 2024)

Vor etwas mehr als 30 Jahren hat der evangelische Theologe Friedrich-Wilhelm Marquardt ein mehrbändiges Werk verfasst, in dem er sich mit Jesus Christus beschäftigte. Sein Antrieb: Man kann und darf die alten Christus-Vorstellungen nicht mehr weitertreiben, denn sie stehen in direktem Zusammenhang mit der Shoah, der Vernichtung jüdischer Gemeinschaften im Einflussbereich des Nationalsozialismus. Dogmen über Christus boten keinen Widerstand, sondern dienten der Legitimation der Mörder. Gleichzeitig erschütterte ihn, dass nach seiner Beobachtung in den zentralen Lehrbereichen der Kirchen und der Theologien nach wie vor über Israel als Volk Gottes und die jüdische Identität Jesu so geredet wird, als wäre beides abgetan und erledigt. Man hört ihre jüdischen Stimmen nicht.

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