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Kreuzestod und Krieg
Opfer bringen, Opfer sein

Wir kennen Verkehrsopfer und aufopferungsvolle Pflege. Auf den Schulhöfen ist »Du Opfer!« ein gängiges Schimpfwort. Doch nun, wo so viel Krieg herrscht, hat der Begriff eine ganz eigene Dynamik.
von Michael Schrom vom 03.04.2026
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Karfreitag in Kiew. Unsere Fotomontage zeigt ein Kreuz im Vordergrund der bombardierten Stadt. (Fotomontage: pa/ Ukrainian President’s Office via ZUMA Press;Istockphoto/ lathuric)
Karfreitag in Kiew. Unsere Fotomontage zeigt ein Kreuz im Vordergrund der bombardierten Stadt. (Fotomontage: pa/ Ukrainian President’s Office via ZUMA Press;Istockphoto/ lathuric)

Über Nacht ist ein Begriff wiederauferstanden, den wir zwar nie vergessen haben, aber über dessen Inhalt wir eher selten nachdenken: das Opfer. Natürlich, wir kennen Verkehrsopfer und aufopferungsvolle Pflege. Auf den Schulhöfen ist »Du Opfer!« ein gängiges Schimpfwort, verbunden mit Scham und Schande für die so Bezeichneten. Doch seit Krieg herrscht, hat der Begriff Opfer eine ganz eigene Dynamik. Egal, welche Zeitung man aufschlägt, egal, welchen Sender man schaut oder hört: Überall ist die Rede von Opfern, die geschützt werden, und von Opfern, die gebracht werden müssen. Im Deutschen ist Opfer ein schwer einzugrenzender Sammelbegriff. Die englische Sprache unterscheidet dagegen zwischen victim und sacrifice. Zu einem victim wird man unfreiwillig gemacht, ein sacrifice erbringt man mehr oder weniger freiwillig. Zwischen beiden gibt es aber Wechselwirkungen.

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