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Katholische Weltkirche
Papst Leo XIV. – der beunruhigte Beruhiger

Vor einem Jahr wurde aus Robert Prevost Papst Leo XIV. Er ist zurückhaltender als sein Vorgänger, viele empfinden das als wohltuend. Doch was er will, schien unklar zu sein – bis er es mit Donald Trump zu tun bekam.
von Paul Kreiner vom 07.05.2026
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Ein Amerikaner auf dem Stuhl Petri: Leo XIV. (Foto: kna)
Ein Amerikaner auf dem Stuhl Petri: Leo XIV. (Foto: kna)

Lang sind die Warteschlangen vor Santa Maria Maggiore: draußen vor den Wachposten des Heeres, vor den Eingangsschleusen, den Metalldetektoren, drinnen noch einmal. Die Besucherscharen drängen zu einer schmucklosen Nische inmitten barocker Altäre und Grabmäler. An nackter Wand hängt da, recht klein, ein silbernes Kreuz mit dem Relief des Guten Hirten. Menschen senken die Köpfe, stehen stumm, knien nieder, beten, wischen sich Tränen aus den Augen, bekreuzigen sich, fotografieren die hellgraue Marmorplatte auf dem Boden. Der Schriftzug auf ihr wirkt seltsam unbeholfen, die Abstände der Buchstaben stimmen nicht so recht. »FRANCISCUS« steht da. Sonst nichts. Ein paar weiße Rosen liegen auf dem Stein, kreuz und quer, wie sie hingeworfen wurden. Keiner macht sich die Mühe, sie irgendwie schön anzuordnen.

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