Spiritualität erwächst in der Ohnmacht
Der Mann vor mir stottert etwas. Er ist blass und was er sagen möchte, braucht seine Zeit. Bei einem Unfall kam seine Frau ums Leben. Er ist gefahren. Ihm ist nichts passiert. Seine Erstarrung ist sichtbar. Gleichzeitig ist er fahrig und unruhig, leidet an Wortfindungsstörungen, Unruhe, Schlaflosigkeit. Das Gehirn läuft größtenteils übers Stammhirn, der Adrenalinspiegel ist hoch. Man nennt es Schock. Normaler Zustand bei einer anomalen Lebenslage – Überlebensprogramm. Er möchte den Hergang schildern, was er noch weiß. Mühsam sucht er nach Worten. Mit Glauben hat er nichts am Hut, sagt er. Aus der Kirche ist er längst ausgetreten.
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Kiel. Zuvor war sie Menschen
rechts- und Flüchtlingsbeauftragte der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland. Mit ihrer Frau, zwei Hunden und Hühnern lebt sie in einem »großen offenen Haus«.

