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Sterbehilfe
Sterbehilfe ist immer tragisch

Der Theologe Jean-Pierre Wils verteidigt den assistierten Suizid. Dennoch hält er das Urteil des Bundesverfassungsgerichts für problematisch.
von Annette Lübbers vom 11.10.2021
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Jean Pierre Wils (Foto: © Ted van Aanholt)
Jean Pierre Wils (Foto: © Ted van Aanholt)

Eigentlich müsste der Theologe, Ethiker und Philosoph Jean-Pierre Wils von der Radboud-Universität im niederländischen Nijmegen zufrieden sein. Wie kaum ein anderer Theologe hat er sich für selbstbestimmtes Sterben eingesetzt. Sein Buch »Sterben« (Schöningh, 1999) ist ein Klassiker in der Fachliteratur. Wils kennt die Diskussion von der Antike bis zur Gegenwart. Er zeigt, wie aktive Sterbehilfe anfangs kriminalisiert, später nur noch zögerlich verfolgt und schließlich gesellschaftlich und juristisch toleriert wurde. Er verweist auf den »Toleranzschub« in der Spätantike, als die Götterwelt verblasste, und kennt die theologischen Verbote und ihre Begründungen. Das Problem der »Ausmerzung« von Kranken im Sinne der Eugenik und Bevölkerungspolitik des 19. Jahrhunderts bis hin zu den Nationalsozialisten ist ihm bewusst. Er hat es mit den Entwicklungen in den Niederlanden abgeglichen und ist zu dem Ergebnis gekommen, dass es keine »Verwilderung« der Sterbehilfe gegeben habe.

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