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Das Gutachten von Michael Schmaus im Wortlaut
»Trotz der Vorzüge des Werks habe ich schwere Bedenken«

Joseph Ratzinger hat seine Habilitationsschrift »Die Geschichtstheologie des heiligen Bonaventura« eingereicht. Sein Zweitgutachter hält die Arbeit jedoch für mit zahlreichen Mängeln behaftet.
vom 10.01.2024
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Michael Schmaus: »Auch dieses Vorgehen wird R. schwer treffen.« (Foto: KNA)
Michael Schmaus: »Auch dieses Vorgehen wird R. schwer treffen.« (Foto: KNA)

Mit dem Herrn ersten Referenten teile ich die Überzeugung, dass Herr Doktor Ratzinger, der theologischen Fakultät mit seiner Untersuchung über Bonaventura ein ungewöhnliches Werk vorgelegt hat. Der Verfasser hat sich auch in dieser Arbeit als Denker von ursprünglicher Kraft erwiesen. Er versucht die von ihm herangezogen Texte nach ihrem Grundsinn zu erforschen. Ein besonderes Anliegen ist ihm, die Zusammenhänge aufzudecken, sodass die Einzellehren nicht nur in ihrem Ansich, sondern auch nach ihrem Orte im Ganzen sichtbar werden. Das Werk bedeutet eine wichtige Bereicherung der Literatur über die mittelalterliche Scholastik. Sehr eindrucksvoll bringt der Verfasser zur Darstellung, in welch hohe Maße, die mittelalterliche Theologie unserer heutige Systematik zu befruchten vermag. Besonders muß hervorgehoben werden, daß er über eine suggestive Sprachkraft und über eine glänzende Formulierungsfähigkeit verfügt.

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