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Wer ist Herr im Hirn?

Über Gene, Freiheit und Verantwortung: Ein Disput zwischen Hirnforschern, Philosophen und Theologen. Die Titelgeschichte in der neuen Ausgabe von Publik-Forum
von Michael Schrom vom 22.02.2017
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Qual der Wahl: Wer oder was trifft im Gehirn Entscheidungen? Und wie geschieht das? (Foto: guniita/123RF)
Qual der Wahl: Wer oder was trifft im Gehirn Entscheidungen? Und wie geschieht das? (Foto: guniita/123RF)

Auch große Menschheitserzählungen können als Witz enden. So wie der folgende, der die Pointe der biblischen Schöpfungsgeschichte auf den Kopf stellt: »Treffen sich zwei Planeten. Sagt der eine: ›Wie geht’s?‹ Sagt der andere: ›Schlecht, ich hab Menschen.‹ Darauf der erste: ›Das kenn ich. Ist schlimm, geht aber schnell vorüber.‹« Die Krone der Schöpfung als Krankheit des Kosmos. Was hier als Witz verdichtet ist, trifft nicht nur das Lebensgefühl von spöttischen Pessimisten. Auch etliche Philosophen, Mediziner und Hirnforscher sind der Meinung, dass man keineswegs in einem so hehren Tonfall vom Menschen sprechen müsse, wie das die Bibel tut. Statt vom »Ebenbild Gottes« zu fabulieren, wäre es wirklichkeitsnäher, den Menschen als ein instinktgetriebenes Tier zu betrachten, das zwar graduell höherentwickelt und mit einigen staunenswerten Fähigkeiten ausgestattet sei, letztlich aber nicht über die alles entscheidende Voraussetzung verfüge, die einen Gott-Mensch-Vergleich erst sinnvoll mache: den freien Willen.

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