Einheit der Kirchen
Wider die Ökumene der Höflichkeit
Schaut man auf mehr als 100 Jahre ökumenische Bewegung zurück, also auf das Bemühen der christlichen Kirchen, zu einer Einheit zu finden, so kann man zwei gegenläufige Tendenzen ausmachen: Die Kirchenzweige und Konfessionen haben zwar zu einer kirchenpolitisch gesteuerten Höflichkeitsökumene gefunden, mit einem großen Netzwerk an bi- und multilateralen Dialogen, eingespielten Kommissionen, Erklärungen und Grußworten. Die »Dokumente wachsender Übereinstimmungen« füllen mehrere Bände, gesellschaftlich versuchen die Kirchen, sich abzusprechen, um ihre Positionen zu halten.
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Reinhard Thöle ist evangelischer Theologe und emeritierter Professor für Ostkirchenkunde an der Universität Halle-Wittenberg.

